Leichtes E-Glasgewebe mit 80 g/m² in Leinwandbindung für Sandwichbauteile, Beschichtungen sowie dünne GFK-Bauteile und Platten.
International Style 1610 (vormals Interglas 90070) mit Finish FK 144. Die Leinwandbindung bietet eine gute Schiebefestigkeit und damit eine stabile Gewebestruktur beim Zuschneiden und Verarbeiten. Die Breite von 103 cm eignet sich für zahlreiche kleinere und mittlere Composite-Bauteile.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
International Style 1610 (vormals Interglas 90070) mit Finish FK 144 ist ein leichtes E-Glasgewebe in Leinwandbindung. Mit 80 g/m² eignet es sich für dünne Glasfaserlaminate, Beschichtungen und Decklagen, bei denen ein geringer Laminataufbau mit guter Handhabungsstabilität des trockenen Gewebes kombiniert werden soll.
| International Style |
1610 (vormals Interglas 90070) |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
80 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Webart |
toile |
| Garn Kette / Schuss |
EC 9-34 / EC 9-34 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
12,0 / 11,5 Fd./cm |
| Breite |
103 cm |
Vorteile des Gewebes
Mit 80 g/m² ermöglicht International Style 1610 leichte und dünne Glasfaserlaminate. Das identische EC 9-34-Garn in Kette und Schuss sowie die mit 12,0 bzw. 11,5 Fäden/cm sehr ähnlichen Fadenzahlen ergeben eine weitgehend gleichmäßige Faserverteilung in beiden Hauptrichtungen.
Die Leinwandbindung besitzt eine hohe Anzahl von Fadenkreuzungen und dadurch eine gute Schiebefestigkeit. Das Gewebe bleibt beim Zuschneiden, Handhaben und Positionieren vergleichsweise formstabil und lässt sich dadurch besonders bei ebenen und schwach gekrümmten Bauteilen kontrolliert verarbeiten.
Das Finish FK 144 und die Einstufung als Werkstoff nach Luftfahrtnorm machen dieses Gewebe insbesondere für Anwendungen interessant, bei denen ein entsprechend spezifiziertes Glasgewebe gefordert ist.
Anwendungsgebiet
Das 80-g/m²-Glasgewebe eignet sich für leichte Sandwichbauteile, Beschichtungen sowie kleinere GFK-Bauteile und Platten. Durch das geringe Flächengewicht können dünne Deck- und Verstärkungslagen aufgebaut werden.
Typische Anwendungen:
- Sandwichbauteile und leichte Decklagen
- Beschichtungen und Oberflächenverstärkungen
- Kleinere GFK-Bauteile
- Dünne GFK-Platten
- Leichtbau- und Modellbauanwendungen
- Anwendungen, für die ein Werkstoff nach Luftfahrtnorm gefordert ist
Geeignete Harzsysteme
Das Glasgewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen verarbeitet werden. Für dünne Laminate sind niedrigviskose Laminierharze vorteilhaft, da sie eine gleichmäßige Tränkung des Gewebes erleichtern.
Für Luftfahrtanwendungen ist das Gewebe mit dem jeweils spezifizierten bzw. zugelassenen Harzsystem und entsprechend den für die konkrete Anwendung geltenden Verarbeitungsanforderungen einzusetzen.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
63 g/m² |
| Laminatdicke |
0,088 mm |
| Laminatgewicht |
143 g/m² |
Vorteile der Breite 103 cm
Die Arbeitsbreite von 103 cm eignet sich besonders für kleinere und mittlere Bauteile, Platten und Sandwichkomponenten. Bauteile innerhalb der verfügbaren Gewebebreite können ohne zusätzlichen Längsstoß belegt werden.
Für schmalere Bauteile ermöglicht die Breite zudem eine zweckmäßige Aufteilung der Zuschnitte und eine gute Materialausnutzung.
Technische Hinweise
Leinwandbindung
Die hohe Anzahl an Fadenkreuzungen verleiht der Leinwandbindung eine gute Schiebefestigkeit. Dadurch lässt sich das Gewebe vergleichsweise verzugsarm zuschneiden und positionieren.
Bauteilgeometrie
Die formstabile Leinwandbindung ist besonders für ebene und schwach gekrümmte Geometrien geeignet. Bei stärker dreidimensional geformten Bauteilen bietet ein vergleichbares Köpergewebe in der Regel eine bessere Drapierbarkeit.
Harzauftrag
Das Harz gleichmäßig und dem Gewebe entsprechend aufbringen. Ein unnötiger Harzüberschuss erhöht Laminatgewicht und -dicke, ohne den Faseranteil oder die faserbedingte Verstärkungswirkung zu erhöhen.
Sandwichkonstruktionen
Das Gewebe kann für leichte Decklagen von Sandwichkonstruktionen eingesetzt werden. Der erforderliche Lagenaufbau richtet sich nach Kernwerkstoff, Bauteilgeometrie und mechanischer Beanspruchung.
Luftfahrtanwendungen
Bei Anwendungen im Luftfahrtbereich sind die jeweils geltenden Werkstoff-, Prozess- und Zulassungsvorgaben für den konkreten Bauteilaufbau zu beachten.