Feines E-Glasgewebe mit 105 g/m² in Köperbindung 1/3 für dünne, hochwertige GFK-Laminate und Tragflächen in Schalenbauweise.
International Style 120 (vormals Interglas 91111) mit Finish FK 144. Die dichte Gewebestruktur ermöglicht einen hohen Faseranteil bei vergleichsweise geringer Harzaufnahme. Die Köperbindung unterstützt die Anpassung an gekrümmte Bauteilgeometrien.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
International Style 120 (vormals Interglas 91111) mit Finish FK 144 ist ein dicht gewebtes E-Glasgewebe in Köperbindung 1/3. Mit einem Flächengewicht von 105 g/m² eignet es sich besonders für dünne GFK-Laminate mit hohem Faseranteil sowie für Tragflächen und andere leichte Schalenbauteile.
| International Style |
120 (vormals Interglas 91111) |
| WLB-Nr. |
8.4544.60 |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
105 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Webart |
Köper 1/3 |
| Garn Kette / Schuss |
EC 5-11 × 2 / EC 5-11 × 2 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
23,7 / 22,5 Fd./cm |
| Breite |
100 cm |
Vorteile des Gewebes
International Style 120 zeichnet sich durch eine dichte Gewebestruktur mit hoher Fadenzahl aus. Mit 23,7 Fäden/cm in Kettrichtung und 22,5 Fäden/cm in Schussrichtung sowie identischem Garn in beiden Richtungen besitzt das Gewebe eine weitgehend gleichmäßige Faserverteilung in den beiden Hauptrichtungen.
Die dichte Webstruktur ermöglicht die Herstellung dünner GFK-Laminate mit hohem Faseranteil. Gegenüber weniger dicht gewebten Glasgeweben ist die Harzaufnahme geringer, wodurch sich bei angepasster Verarbeitung ein günstiges Verhältnis zwischen Faser- und Harzanteil erzielen lässt.
Die Köperbindung 1/3 bietet gegenüber einer Leinwandbindung eine höhere Drapierfähigkeit. Das Gewebe kann sich dadurch besser an gekrümmte Konturen anpassen, was insbesondere bei Tragflächen in Schalenbauweise und vergleichbaren Formbauteilen von Vorteil ist.
Anwendungsgebiet
Das 105-g/m²-Glasgewebe ist besonders für dünnwandige GFK-Bauteile mit hohem Faseranteil vorgesehen. Ein wesentliches Anwendungsgebiet ist die Herstellung von Tragflächen in Schalenbauweise, bei denen geringes Gewicht, dünne Laminatquerschnitte und eine gute Anpassung des Gewebes an die Formkontur wichtig sind.
Typische Anwendungen:
- Tragflächen in Schalenbauweise
- Dünnwandige GFK-Schalenbauteile
- GFK-Platten mit hohem Faseranteil
- Leichte gekrümmte Composite-Bauteile
- Modellflugzeug- und Leichtbauanwendungen
- Anwendungen, für die ein Werkstoff nach Luftfahrtnorm gefordert ist
Geeignete Harzsysteme
Das Glasgewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen verarbeitet werden. Für dünne Laminate mit hohem Faseranteil sind niedrigviskose Laminierharze vorteilhaft, da sie eine gleichmäßige Tränkung der dichten Gewebestruktur erleichtern.
Für hoch beanspruchte Leichtbauteile und insbesondere für Luftfahrtanwendungen werden geeignete Epoxidharzsysteme eingesetzt. Bei Luftfahrtanwendungen ist das Gewebe mit dem jeweils spezifizierten bzw. zugelassenen Harzsystem und entsprechend den für den konkreten Bauteilaufbau geltenden Verarbeitungsanforderungen zu verwenden.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
83 g/m² |
| Laminatdicke |
0,115 mm |
| Laminatgewicht |
188 g/m² |
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm ist besonders für Tragflächen, Schalenbauteile, GFK-Platten und kleinere bis mittlere Composite-Bauteile zweckmäßig. Das Gewebe lässt sich übersichtlich auslegen, zuschneiden und an die jeweilige Bauteilgeometrie anpassen.
Bauteile innerhalb der verfügbaren Gewebebreite können ohne zusätzlichen Längsstoß belegt werden. Bei größeren Bauteilen können die Zuschnitte entsprechend der vorgesehenen Faserorientierung und Bauteilgeometrie angeordnet werden.
Technische Hinweise
Köperbindung 1/3
Die Köperbindung besitzt längere Flottierungen und weniger Fadenkreuzungen als eine Leinwandbindung. Dadurch ist das Gewebe drapierfähiger und lässt sich besser an gekrümmte Bauteilformen anpassen. Gleichzeitig ist beim Zuschneiden und Positionieren sorgfältig auf einen möglichst geringen Fadenverzug zu achten.
Dichte Gewebestruktur
Die hohe Fadenzahl ergibt eine dichte Gewebestruktur. Dies ermöglicht einen hohen Faseranteil im Laminat und reduziert die Harzaufnahme gegenüber weniger dicht gewebten Glasgeweben. Der tatsächliche Harzgehalt wird zusätzlich durch Harzviskosität, Verarbeitungsverfahren und Konsolidierung bestimmt.
Harzauftrag
Das Harz gleichmäßig und kontrolliert aufbringen. Gerade bei der Herstellung dünner Laminate mit hohem Faseranteil sollte unnötiger Harzüberschuss vermieden werden, da dieser Laminatgewicht und -dicke erhöht, ohne den Faseranteil zu steigern.
Schalenbauweise
Bei Tragflächen und anderen dünnwandigen Schalenbauteilen ist auf eine verzugsarme Ablage und die konstruktiv vorgesehene Faserorientierung zu achten. Der erforderliche Lagenaufbau richtet sich nach Bauteilgeometrie und mechanischer Beanspruchung.
Luftfahrtanwendungen
Das Gewebe ist als Werkstoff nach Luftfahrtnorm ausgewiesen. Für den konkreten Einsatz sind zusätzlich die jeweils geltenden Werkstoff-, Prozess- und Zulassungsvorgaben des Bauteils bzw. Luftfahrzeugmusters zu beachten.