Gut verformbares Glasgewebe in Köperbindung mit 390 g/m² – für tragende Strukturen, größere Laminatdicken und dreidimensional geformte Bauteile.
Interglas 92140 mit Finish FK144 verbindet ein vergleichsweise hohes Flächengewicht mit der für Köpergewebe typischen guten Drapierbarkeit. Das Gewebe lässt sich leicht tränken und wird im Laminat hoch transparent. Typische Anwendungen sind tragende Bauteile im Flugzeugbau, Kfz-Bauteile und Bootsbau.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
Das Glasgewebe Interglas 92140 besitzt ein Flächengewicht von 390 g/m² und ist in Köperbindung gewebt. Gegenüber einer Leinwandbindung weist ein Köpergewebe weniger Fadenkreuzungen und längere Fadenflottierungen auf. Dadurch lässt es sich besser an Rundungen und dreidimensionale Bauteilgeometrien anpassen.
Das relativ hohe Flächengewicht ermöglicht einen zügigen Laminataufbau. Bei einem rechnerischen Faservolumenanteil von 35 % ergibt eine Lage eine Laminatdicke von etwa 0,43 mm. Das Gewebe eignet sich deshalb insbesondere für Bauteile, bei denen größere Laminatdicken mit einer überschaubaren Anzahl von Gewebelagen aufgebaut werden sollen.
| Interglas | 92140 |
| WLB-Nr. | 8.4554.60 |
| Flächengewicht | 390 g/m² |
| Finish / Ausrüstung | FK144 |
| Webart | tissu sergé |
| Garn Kette | EC 9-68 × 5 t0 |
| Garn Schuss | EC 9-272 |
| Fadenzahl Kette | 6,0 Fd./cm |
| Fadenzahl Schuss | 6,7 Fd./cm |
| Breite | 100 cm |
Vorteile des Gewebes
- gut verformbare Köperbindung für gewölbte und dreidimensionale Bauteile
- 390 g/m² Flächengewicht für einen effizienten Laminataufbau
- leichte Tränkung mit Laminierharz
- hohe Transparenz im getränkten Laminat
- Finish FK144 für eine gute Verarbeitung
- Werkstoff nach Luftfahrtnorm gemäß WLB 8.4554.60
Anwendungsgebiet
Das Gewebe ist für strukturelle GFK-Bauteile sowie für Bauteile mit Rundungen und dreidimensionalen Konturen geeignet. Die Köperbindung erleichtert das Anformen an die Bauteilgeometrie und bietet gegenüber vergleichbaren Leinwandgeweben eine bessere Drapierbarkeit.
Typische Anwendungen:
- tragende Teile im Flugzeugbau, beispielsweise Rumpfstrukturen
- Kfz- und Fahrzeugbauteile
- Bootsbau
- Schalen und Verkleidungen
- größere und stärker aufgebaute GFK-Laminate
Geeignete Harzsysteme
Für hochwertige strukturelle Laminate eignen sich insbesondere niedrigviskose Epoxid-Laminierharzsysteme, die eine vollständige und gleichmäßige Tränkung des Gewebes ermöglichen.
Bei Luftfahrtanwendungen ist das für den jeweiligen Laminataufbau spezifizierte beziehungsweise zugelassene Harzsystem zu verwenden. Zusätzlich sind die vorgeschriebenen Verarbeitungs-, Aushärte- und Dokumentationsvorgaben einzuhalten.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch | ca. 320 g/m² |
| Laminatdicke | ca. 0,43 mm |
| Laminatgewicht | ca. 710 g/m² |
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm bietet bei einem Gewebe dieses Flächengewichts eine gute Kombination aus Flächenleistung und Handhabung. Sie ermöglicht zusammenhängende Zuschnitte für viele mittlere und größere Bauteile und lässt sich beim Positionieren und Anformen an gekrümmte Flächen noch gut kontrollieren.
Technische Hinweise
Köperbindung
Köpergewebe besitzen weniger Fadenkreuzungen und längere Flottierungen als Leinwandgewebe. Dadurch verbessert sich die Drapierbarkeit und das Gewebe lässt sich leichter an Rundungen und dreidimensionale Formen anpassen. Gleichzeitig ist die Schiebefestigkeit geringer als bei einer vergleichbaren Leinwandbindung. Das Gewebe sollte deshalb beim Zuschneiden und Positionieren sorgfältig gehandhabt werden.
Faserverteilung
Mit 6,0 Fäden/cm in Kettrichtung und 6,7 Fäden/cm in Schussrichtung sowie unterschiedlichen Garnkonstruktionen in Kette und Schuss ist das Gewebe nicht als vollständig symmetrischer beziehungsweise ausgewogener Gewebeaufbau zu betrachten.
TÜV-anerkannte Fahrzeug-Laminataufbauten
Laminataufbauten für den Fahrzeugbau in Kombination mit diesem Glasgewebe sind vom TÜV anerkannt. Für solche Anwendungen sind die jeweils vorgegebenen Verfahrensanweisungen und Laminataufbauten einzuhalten.
Luftfahrtanwendungen
Das Gewebe ist als Werkstoff nach Luftfahrtnorm gemäß WLB 8.4554.60 ausgewiesen. Für das fertige Luftfahrtbauteil sind darüber hinaus das spezifizierte Harzsystem, der vorgeschriebene Laminataufbau, die Prozessparameter sowie die jeweiligen Zulassungs- und Dokumentationsanforderungen maßgeblich. Die Qualifikation des Gewebes allein stellt keine Zulassung des fertigen Laminats oder Bauteils dar.