Kettverstärktes (unidirektionales) Aero-Glasgewebe mit 220 g/m² für Bauteile, bei denen hohe Festigkeit und Steifigkeit vorwiegend in einer Belastungsrichtung benötigt werden.
Interglas 92145 mit Finish FK 144. Der überwiegende Faseranteil liegt in Kettrichtung; die Schussfäden stabilisieren die Gewebestruktur und erleichtern die Verarbeitung. Besonders geeignet für Holme, Holmgurte, Längsverstärkungen und andere strukturelle GFK-Bauteile mit ausgeprägter Vorzugsrichtung.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
Interglas 92145 ist ein kettverstärktes (unidirektionales) E-Glasgewebe für strukturelle Leichtbauanwendungen. Im Unterschied zu einem klassischen, annähernd ausgewogenen Gewebe ist ein deutlich größerer Anteil der Glasfasern in Kettrichtung angeordnet. Dadurch eignet sich das Gewebe insbesondere für Bauteile, deren Hauptbelastung überwiegend in einer Richtung verläuft.
Die Bezeichnung „unidirektional“ beschreibt dabei die ausgeprägte Vorzugsrichtung der Verstärkungsfasern. Es handelt sich nicht um ein reines UD-Gelege: Die vorhandenen Schussfäden binden die Kettfäden zu einem handhabbaren Gewebe und stabilisieren die Faseranordnung während Zuschnitt und Verarbeitung.
| Interglas |
92145 |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
220 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Gewebekonstruktion |
Kettverstärkt (unidirektional) |
| Breite |
100 cm |
Vorteile des Gewebes
Der wesentliche Vorteil des Interglas 92145 liegt in der gezielten Faserverteilung. Der größte Anteil der Verstärkungsfasern verläuft in Kettrichtung. Dadurch können Festigkeit und Steifigkeit gezielt dort eingebracht werden, wo das Bauteil überwiegend in Längsrichtung belastet wird.
Gegenüber einem klassischen Glasgewebe mit annähernd gleichmäßiger Faserverteilung in Kette und Schuss wird weniger Fasergewicht für die quer zur Hauptbelastung verlaufende Richtung eingesetzt. Das macht die kettverstärkte Konstruktion besonders interessant für lastorientierte Leichtbaustrukturen.
Gleichzeitig bietet die Gewebekonstruktion gegenüber einem losen unidirektionalen Faseraufbau eine gute Handhabung. Die Schussfäden stabilisieren die Kettfasern und erleichtern Zuschnitt, Positionierung und Laminieren.
Anwendungsgebiet
Das kettverstärkte (unidirektionale) Glasgewebe ist für Bauteile vorgesehen, bei denen Festigkeit und Steifigkeit hauptsächlich entlang einer definierten Richtung benötigt werden. Die Orientierung der Kettrichtung sollte deshalb entsprechend der Hauptbelastungsrichtung des Bauteils gewählt werden.
Typische Anwendungen:
- Holme und Holmgurte
- Längsverstärkungen in Flugzeug- und Modellflugzeugstrukturen
- Tragende Gurte und Verstärkungszonen
- Längsverstärkungen in Boots- und Fahrzeugbauteilen
- Strukturelle GFK-Bauteile mit gerichteter Lastaufnahme
- Leichtbaukonstruktionen mit ausgeprägter Hauptbelastungsrichtung
Geeignete Harzsysteme
Das Glasgewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden. Für hoch beanspruchte Struktur- und Leichtbauteile werden in der Regel geeignete Epoxidharzsysteme eingesetzt.
Für Luftfahrtanwendungen sind das spezifizierte Harzsystem, der vorgeschriebene Laminataufbau sowie die jeweils geltenden Verarbeitungs- und Zulassungsvorgaben maßgebend.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
Die rechnerischen Werte beziehen sich auf ein Handlaminat mit 35 Vol.-% Faseranteil. Die praktisch erzielten Werte können abhängig von Harzsystem, Verarbeitung und Konsolidierung abweichen.
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm ermöglicht flexible Zuschnitte für Holme, Gurte und längliche Verstärkungsbereiche. Bei schmalen Verstärkungsstreifen können mehrere Zuschnitte nebeneinander aus der Gewebebreite entnommen werden, wodurch sich das Material effizient ausnutzen lässt.
Bei der Zuschnittplanung ist die Kettrichtung zu beachten: Sie stellt die Hauptverstärkungsrichtung des Gewebes dar und sollte entsprechend der vorgesehenen Lastaufnahme im Bauteil ausgerichtet werden.
Technische Hinweise
Was bedeutet „kettverstärkt (unidirektional)“?
Der überwiegende Anteil der Verstärkungsfasern verläuft in Kettrichtung. Dadurch besitzt das Gewebe eine ausgeprägte Hauptverstärkungsrichtung und eignet sich für Bauteile mit vorwiegend gerichteter Belastung.
Kein reines UD-Gelege
Interglas 92145 ist ein Gewebe und kein ausschließlich aus parallel liegenden Fasern aufgebautes UD-Gelege. Die Schussfäden stabilisieren die Kettfasern und sorgen für eine gut handhabbare Gewebestruktur.
Faserorientierung
Bei strukturellen Laminaten muss die Kettrichtung entsprechend der konstruktiv vorgesehenen Hauptbelastungsrichtung ausgerichtet werden. Eine falsche Orientierung nutzt den Vorteil der kettverstärkten Konstruktion nicht aus.
Harzauftrag
Das Harz gleichmäßig und in der für eine vollständige Tränkung erforderlichen Menge aufbringen. Unnötiger Harzüberschuss erhöht Laminatgewicht und -dicke, ohne die faserbedingte Verstärkungswirkung zu erhöhen.
Luftfahrtanwendungen
Das Gewebe ist als Werkstoff nach Luftfahrtnorm ausgewiesen. Für den konkreten Einsatz sind zusätzlich das spezifizierte Harzsystem, der vorgeschriebene Laminataufbau, das Fertigungsverfahren und die jeweils geltenden Zulassungsanforderungen zu beachten.