Biaxiales Glasgelege mit ausgeprägter ±45°-Verstärkung – ideal für leichte, belastungsgerechte GFK-Strukturen mit hoher Schub- und Torsionsbeanspruchung.
Das 340-g/m²-Glasgelege kombiniert zwei kräftige E-Glas-Faserlagen in −45° und +45° mit leichten stabilisierenden 0°- und 90°-Lagen. Die Fasern sind nicht miteinander verwoben, sondern durch einen Polyester-Nähfaden fixiert. Dadurch bleiben die Hauptverstärkungsfasern weitgehend geradlinig und können ihre Wirkung gezielt in den vorgesehenen Faserrichtungen entfalten. Die Breite von 127 cm ermöglicht zudem großflächige Zuschnitte mit wenigen Überlappungen.
Dieses multiaxiale E-Glas-Gelege ist konsequent auf eine ausgeprägte ±45°-Faserorientierung ausgelegt. Von insgesamt 339 g/m² Glasverstärkung entfallen jeweils 156 g/m² auf die −45°- und +45°-Lage. Damit liegen insgesamt 312 g/m² und somit der weit überwiegende Faseranteil in den beiden diagonalen Hauptverstärkungsrichtungen.
Die zusätzlichen 0°- und 90°-Lagen sind mit 4 beziehungsweise 23 g/m² bewusst leicht ausgeführt. Sie stabilisieren den Gelegeaufbau und erleichtern die Handhabung, ohne den charakteristischen ±45°-Aufbau wesentlich zu beeinflussen.
Da die Faserlagen nicht miteinander verwoben werden, entstehen keine für klassische Gewebe typischen Fadenkreuzungen und Faserumlenkungen zwischen den Hauptlagen. Das ermöglicht einen direkten, belastungsgerechten Faserverlauf und macht das Gelege besonders interessant für moderne Leichtbaukonstruktionen.
| Fasertyp | E-Glas |
| Produktaufbau | multiaxiales, vernähtes Glasgelege |
| Nennbezeichnung | 340 g/m² biaxial ±45° |
| Gesamtflächengewicht | 346 g/m² ± 5 % |
| 1. Lage −45° | 156 g/m², 136 tex |
| 2. Lage 0° | 4 g/m², 68 tex |
| 3. Lage 90° | 23 g/m², 68 tex |
| 4. Lage +45° | 156 g/m², 136 tex |
| Nähfaden | Polyester, ≤ 7 g/m² |
| Verbindung der Lagen | vernäht |
| Schlichte | multikompatibel / Silan |
| Breite | 127 cm ± 1,9 % |
Vorteile des Geleges
- 312 g/m² Glasverstärkung gezielt in den Hauptfaserrichtungen ±45°
- geradliniger Faserverlauf ohne klassische Gewebekreuzungen
- ideal für Laminataufbauten mit Schub- und Torsionsbeanspruchung
- leichte 0°- und 90°-Lagen stabilisieren den Gelegeaufbau
- gute Anpassung an gekrümmte und dreidimensionale Bauteilgeometrien
- effizienter, belastungsgerechter Laminataufbau
- 127 cm Breite für großflächige Zuschnitte und weniger Überlappungen
Anwendungsgebiet
Biaxiale ±45°-Gelege sind eine besonders effiziente Verstärkung für Bauteile, bei denen Schubkräfte, Torsionsbelastungen oder diagonal verlaufende Lasten eine wichtige Rolle spielen. Die beiden kräftigen ±45°-Lagen übernehmen dabei den überwiegenden Anteil der Verstärkungsfunktion.
In belastungsgerecht aufgebauten Laminaten lässt sich das Gelege sehr gut mit 0°-, 90°- oder unidirektionalen Verstärkungslagen kombinieren. So können unterschiedliche Faserrichtungen gezielt entsprechend den auftretenden Bauteillasten angeordnet werden.
Typische Anwendungen:
- Construction de bateaux et de yachts
- Fahrzeugbau und Motorsport
- Rohre und Profile
- torsionsbeanspruchte Bauteile
- Rotor-, Flügel- und Blattstrukturen
- Sportgeräte
- Sandwichkonstruktionen
- technische GFK- und Hybridlaminate
Geeignete Harzsysteme
Die multikompatible Schlichte ermöglicht die Verarbeitung mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylester-Laminierharzen. Dadurch lässt sich das Gelege flexibel an unterschiedliche Bauteil- und Prozessanforderungen anpassen.
Für hochwertige Laminate empfiehlt sich ein gut fließendes Laminierharz, das die einzelnen Faserlagen gleichmäßig benetzt. Eine sorgfältige Verdichtung unterstützt einen homogenen Laminataufbau und hilft, eingeschlossene Luft zwischen den Verstärkungslagen zu vermeiden.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch | ca. 279 g/m² |
| Laminatdicke | ca. 0,370 mm |
| Laminatgewicht | ca. 619 g/m² |
Vorteile der Breite 127 cm
Mit 127 cm bietet das Gelege eine attraktive Breite für größere Bauteile. Schalen, Paneele, Sandwichbauteile und andere großflächige Strukturen können mit größeren zusammenhängenden Zuschnitten belegt werden. Weniger Stöße und Überlappungen vereinfachen den Laminataufbau und ermöglichen eine gleichmäßigere Faserablage.
Technische Hinweise
Warum biaxial ±45°?
Der konstruktive Aufbau umfasst vier Faserlagen in −45°, 0°, 90° und +45°. Die beiden ±45°-Lagen besitzen mit jeweils 156 g/m² zusammen 312 g/m² und stellen damit eindeutig die Hauptverstärkung dar. Die leichten 0°- und 90°-Lagen stabilisieren den vernähten Aufbau. Die Bezeichnung „biaxial ±45°“ beschreibt daher die für die mechanische Funktion maßgeblichen Verstärkungsrichtungen.
Geradlinige Faserorientierung
Da die Faserlagen vernäht und nicht miteinander verwoben sind, können die Verstärkungsfasern weitgehend geradlinig in ihrer definierten Orientierung liegen. Dies ermöglicht einen gezielten und effizienten Einsatz der Fasern innerhalb eines belastungsgerecht ausgelegten Laminats.
Schub- und Torsionsbelastungen
±45°-Faserlagen eignen sich besonders für Laminatkonstruktionen, bei denen Schubspannungen und Torsionsbelastungen übertragen werden sollen. Zusammen mit ergänzenden 0°-, 90°- oder UD-Lagen lassen sich leistungsfähige, auf die jeweilige Belastung abgestimmte Laminataufbauten realisieren.
Verarbeitung
Das Gelege kann sowohl im Handlaminierverfahren als auch in geeigneten vakuumunterstützten Verfahren eingesetzt werden. Durch seine vernähte Konstruktion bleibt die definierte Faserorientierung bei sorgfältiger Handhabung während Zuschnitt und Positionierung gut erhalten.