Sehr leichtes E-Glasgewebe mit 25 g/m² und 127 cm Arbeitsbreite für großflächige, dünne Beschichtungs- und Decklagen.
Die größere Gewebebreite ist besonders bei breiten Tragflächen, Holz- und Furnierflächen sowie Sandwichbauteilen von Vorteil. Größere Flächen lassen sich mit weniger Stößen und Überlappungen belegen, während die zusätzliche Masse und Laminatdicke sehr gering bleiben.
International Style 106 (vormals Interglas 02034) mit Finish FE 800 ist ein sehr feines E-Glasgewebe in Leinwandbindung. Die 127 cm breite Ausführung eignet sich insbesondere für größere Flächen, auf denen eine leichte Glasfaserlage möglichst durchgehend und mit wenigen Stößen verarbeitet werden soll.
| International Style |
106 (vormals Interglas 02034) |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
25 g/m² |
| Finish |
FE 800 |
| Webart |
toile |
| Garn Kette / Schuss |
EC 5-5,5 / EC 5-5,5 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
22,0 / 22,0 Fd./cm |
| Gewebedicke |
ca. 0,03 mm |
| Breite |
127 cm |
Vorteile des Gewebes
Mit einem Flächengewicht von nur 25 g/m² ermöglicht International Style 106 ausgesprochen leichte und dünne Glasfaserlagen. Die Leinwandkonstruktion aus EC 5-5,5-Garn mit jeweils 22 Fäden/cm in Kett- und Schussrichtung ergibt eine gleichmäßige Gewebestruktur und eine ausgewogene Faserverteilung in beiden Hauptrichtungen.
Das Gewebe wird bevorzugt eingesetzt, um Holz- und Furnieroberflächen mit einer feinen Glasfaserlage zu versehen. Bei Tragflächen und anderen leichten Bauteilen lässt sich damit eine dünne Oberflächenverstärkung realisieren, ohne den Laminataufbau unnötig schwer oder dick auszuführen.
Die hohe Anzahl an Fadenkreuzungen der Leinwandbindung sorgt für eine gute Schiebefestigkeit. Dies erleichtert das verzugsarme Zuschneiden und Positionieren und ist bei einem so feinen und leichten Gewebe ein praktischer Verarbeitungsvorteil.
Anwendungsgebiet
Die 25-g/m²-Ausführung ist für sehr dünne Beschichtungs-, Oberflächen- und Decklagen vorgesehen. Sie eignet sich insbesondere für Bauteile, bei denen das zusätzliche Flächengewicht und die Laminatdicke der Glasfaserverstärkung möglichst gering gehalten werden sollen.
Typische Anwendungen:
- Großflächige Beschichtung und Verstärkung von Holz- und Furnieroberflächen
- Tragflächen und leichte Bauteile im Modellflugzeugbau
- Decklagen auf Waben- und Sandwichkonstruktionen
- Feine Oberflächenlagen in GFK-Laminaten
- Leichte technische Composite-Bauteile
- Leiterplatten und technische Laminate
Bei Wabensandwich-Bauteilen sind aufgrund des sehr geringen Flächengewichts mindestens zwei Gewebelagen vorzusehen.
Geeignete Harzsysteme
Das Gewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen verarbeitet werden. Für die gleichmäßige Tränkung eines so feinen Gewebes sind niedrigviskose Laminierharze besonders zweckmäßig.
Bei Holz- und Furnierbeschichtungen sowie anspruchsvollen Leichtbaukonstruktionen werden häufig Epoxidharzsysteme eingesetzt, insbesondere wenn eine gute Haftung auf dem Untergrund und hohe mechanische Eigenschaften gefordert sind.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
20 g/m² |
| Laminatdicke |
0,027 mm |
| Laminatgewicht |
45 g/m² |
Vorteile der Breite 127 cm
Die Arbeitsbreite von 127 cm bietet insbesondere bei größeren Tragflächen, Sandwichpaneelen sowie breiten Holz- und Furnierflächen einen praktischen Vorteil. Bauteile innerhalb der verfügbaren Gewebebreite können ohne zusätzlichen Längsstoß belegt werden.
Weniger Stöße und Überlappungen erleichtern einen gleichmäßigen Laminataufbau und vermeiden lokale Materialanhäufungen. Gerade bei einem nur 25 g/m² leichten Gewebe ist dies sinnvoll, wenn eine möglichst gleichmäßige und gewichtssparende Decklage gefordert ist.
Für größere Flächen ist die 127-cm-Ausführung daher besonders zweckmäßig. Bei schmaleren Bauteilen kann dagegen die 110-cm-Variante hinsichtlich Handhabung und Materialausnutzung vorteilhafter sein.
Technische Hinweise
Verarbeitung des leichten Gewebes
Das trockene Gewebe sollte sorgfältig zugeschnitten und ohne unnötiges Verschieben der Fäden positioniert werden. Trotz der vergleichsweise stabilen Leinwandbindung erfordert ein Gewebe dieser Gewichtsklasse eine sorgfältige Handhabung.
Harzauftrag
Das Harz sparsam und gleichmäßig aufbringen. Ein unnötiger Harzüberschuss erhöht Gewicht und Laminatdicke, ohne den Faseranteil oder die faserbedingte Verstärkungswirkung zu erhöhen.
Großflächige Beschichtungen
Die Breite von 127 cm ermöglicht bei entsprechend dimensionierten Bauteilen eine durchgehende Belegung ohne Längsstoß. Dies ist insbesondere bei größeren Tragflächen, Holz- und Furnieroberflächen sowie dünnen Sandwichdecklagen von Vorteil.
Sandwichkonstruktionen
Bei Wabensandwich-Bauteilen sind mindestens zwei Gewebelagen vorzusehen. Der darüber hinaus erforderliche Laminataufbau richtet sich nach Kernwerkstoff, Bauteilgeometrie und mechanischer Beanspruchung.
Leinwandbindung
Die Leinwandbindung bietet aufgrund der hohen Anzahl an Fadenkreuzungen eine gute Schiebefestigkeit und damit eine stabile Gewebestruktur. Für stark dreidimensional geformte Bauteile sind Köper- oder Atlasgewebe in der Regel besser drapierbar.